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P&R-Pleite: Verwirrung um die Post vom Insolvenzverwalter

In der neuesten Ausgabe des Handelsblatts vom 23.08.2018 wird der Expertenrat von Kanzlei GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE eingeholt.

80.000 Briefe hat der Insolvenzverwalter an die Anleger des gescheiterten Direktinvestmentanbieters P&R verschicken lassen. In vorausgefüllten Forderungsanmeldungen ist aufgelistet, wie viel Geld der insolvente Containerriese jedem einzelnen Anleger schuldet.

Fachleute empfehlen, die Forderungsanmeldungen von einem Experten neu aufsetzen lassen – ohne die umstrittene Abtretungsklausel. Marc Gericke von der Kanzlei GÖDDECKE gibt den Tipp: „Ich würde die Diskussion über besondere Rechte Einzelner jetzt noch gar nicht führen. Das ist juristisches Hochreckturnen, das versteht doch kein Anleger.“ Keine gute Idee sei es, in den Formularen des Verwalters eigenhändig Sätze durchzustreichen: „Dann könnten die Forderungen nicht anerkannt werden.“

Der Hintergrund für diesen Ratschlag: Die Post vom Insolvenzverwalter stößt auf Misstrauen. Denn die überwiegend älteren Anleger freuen sich zwar, dass sie ihre Unterlagen nicht selbst durchforsten müssen, sondern dass ihre Ansprüche in der vorgefertigten Forderungsanmeldung schon komplett eingetragen sind. Allerdings lauert hier die Falle: Die Sparer unterschreiben mit dem Formular auch eine vom Insolvenzverwalter verfasste Erklärung, in der sie auf bestimmte Ansprüche verzichten sollen.

Zur Verdeutlichung: Alle Anleger, gleich ob sie ein Zertifikat haben oder nicht, haben vertraglich zugesicherte Ansprüche auf Mietzahlungen. Sollten die deutschen P&R-Gesellschaften zahlungsunfähig sein, können die Sparer diese Ansprüche auf laufende Zahlungen direkt bei der mit der Vermietung der Container beauftragten P&R-Schwestergesellschaft in der Schweiz geltend machen. So steht es zumindest in den Verträgen. Auch darauf sollen die Anleger nun mit ihrer Unterschrift unter die vorausgefüllte Forderungsanmeldung verzichten.

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